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„Das Buch Ana“ von Sue Monk Kidd

Ein faszinierender Roman, die Lebensgeschichte von Ana, die fiktiv als Frau von Jesus dargestellt wird. Die Geschichte erzählt, wie es gewesen wäre, hätte Jesus doch eine Ehefrau gehabt.

‚Mein Name ist Ana. Ich bin die Frau von Jesus ben Joseph aus Nazareth.’ Mit diesen beiden Sätzen beginnt die Erzählung. Und sie hielt mich in Atem bis zum Schluss.

Ana wächst in einer jüdischen Familie auf im damals von den Römern besetzten Galiläa. Man zählt das 16. Jahrhundert nach Christus. Ana ist wissbegierig, lernt lesen und schreiben, studiert die Thora, obwohl dies in jener Zeit nur den Knaben zustand und für Mädchen verboten war. Mit 14 Jahren soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden. Sie wird, von ihren Eltern begleitet auf den Markt geführt, wo sie von einem säuerlich dreinblickenden Männlein mit Namen Nathaniel begutachtet wird. Ein Gefallen seinerseits ist vorhanden und er will sie heiraten.

Ana weigert sich, ist aufs Höchste entsetzt, strauchelt und fällt hin. Ein junger Mann mit schwarzen Locken erkennt ihre Verzweiflung, streckt seine Hand hin und hilft ihr auf. Diese kurze Begegnung verändert alles und wird zur künftigen Bestimmung von Anas Leben mit Jesus. Die gemeinsam verbrachte Zeit dieses Paares zeigt auf berührende Weise einen Lebensweg begleitet von Rosen und Dornen, von himmlischen Freuden, unsäglichem Kummer und Leid.

Mit diesem Roman will die Autorin Jesus als Menschen zeigen und hat ihm eine selbstbewusste und freiheitsliebende Frau zur Seite gestellt, die ihm auf Augenhöhe begegnet.

Das Buch steht neu zur Ausleihe bereit in der Dorfbibliothek.

„Im Fallen lernt die Feder fliegenvon Usama Al Shahmani

Aida wurde als zweite Tochter irakischer Eltern 1992 in einem iranischen Flüchtlingslager geboren. Die Familie flüchtete aus dem Irak mit dem Ziel, in die Schweiz zu gelangen, was ihnen schliesslich mit Hilfe eines guten Bekannten gelang.

Die beiden Töchter Aida und Nosche, besuchen in der Ostschweiz die Schule. Sie sind fleissige Schülerinnen und lernen gut deutsch. Nicht zu verstehen ist die westliche Lebensart für die Eltern, der Vater ein konservativer Theologe, stets Gehorsam verlangend und unnachgiebig. Die Mutter findet sich nicht zurecht in diesem für sie fremden Land und weigert sich, deutsch zu verstehen und schon gar nicht zu lernen. Viele Schranken sind zu überwinden und der Alltag stellt tagtäglich neue Forderungen.

Die traditionelle Rollenverteilung in dieser Geschichte zeigt, wie schwer es sein kann, wenn östliche und westliche Lebensart und Daseinsanschauungen auseinanderdriften.

Nach nicht ganz zehn Jahren in der Schweiz beschliesst der Vater, mit der Familie in den Irak zurück zu kehren. Es ist die Heimat der Eltern, jedoch fremdes Land für die beiden Töchter. Wie gerne würden sie in der Schweiz bleiben, doch sie müssen mit den Eltern zurück reisen.

Dieser Zwangsaufenthalt im Irak dauert für die Töchter über ein halbes Jahr, bis sie wagemutig planen, ohne die Eltern in den Westen zu fliehen. Eine mit Mühsal und Umwegen beladene Flucht gelingt. Erschöpft, behaftet mit Fragezeichen und einer grossen Ungewissheit über die Zukunft gelangen die beiden jungen Frauen wieder in die Ostschweiz. Sie sind zuversichtlich und voller Hoffnung. Ihr Schicksal in der Schweiz nimmt seinen Lauf.

Später lebt Aida mit ihrem Freund zusammen in Basel. Sie kann nicht über ihre Vergangenheit reden, ihr Herz nicht öffnen. So beginnt sie aufzuschreiben, was sie nicht sagen kann.

Mir hat die diese Geschichte (auch wenn sie als Roman daherkommt) einmal mehr gezeigt, dass man in die Seele der Menschen keine Fenster brechen soll. Geduld haben und warten können kann dauern, bis sie sich von selbst öffnen.

Ich empfehle Ihnen diese spannende Lektüre sehr gerne.


‚Eurotrash’ von Christian Kracht

Es ‚kracht’ tatsächlich im neuen Roman von Christian Kracht. Lautlos. Die Geschichte kommt heiter daher und berichtet von einer mit Skurrilität gespickten Reise durch die Schweiz, vom Trip einer schlagfertigen, raffinierten Mutter mit ihrem Sohn Christian.

Der Protagonist und Erzähler wird von seiner Mutter nach Zürich gerufen; sie müsse ihn dringend sprechen. Der erwachsene und gehorsame Sohn reist nach Zürich.

Die Mutter, über achtzigjährig, alkohol- und tablettensüchtig und mit einem Stoma lebend, weilt derzeit zu einer Kur an der Goldküste des Zürichsees.

Nun will sie mit dem Sohn nach Afrika reisen, um Zebras zu beobachten und Geld zu verteilen. In Mamas Hausbank werden tausende grosser Noten abgeholt und in einem Plastiksack mit auf die Weiterreise genommen. Der engagierte Taxifahrer übt sich in beneidenswerter Geduld, und so besuchen Mutter und Sohn erst einmal einige Orte in der Schweiz, die für die alte Frau einst sehr wichtig waren. Afrika bleibt noch in weiter Ferne. Woher stammen diese Millionen, die die Mutter zu verteilen wünscht?

Der neue Roman von Christian Kracht handelt oberflächlich gesehen von einer harmlos daher kommenden Schweizer-Rundfahrt. Gleichzeitig gibt er Einblick in die tiefen Abgründe seiner Familiengeschichte, von deutscher und eidgenössischer Nazivergangenheit. In einem Abschnitt findet sich kurioserweise ein futuristischer Satz: Da stehen im Kühlschrank einige Flaschen Wein von der Migros.

Der Autor schrieb einen speziellen Roman, der, einmal gelesen, nicht gleich wieder in Vergessenheit geraten wird.

Das Buch liegt nun auch in unserer Bibliothek bereit. Eine lesenswerte und bewegende Geschichte wartet auf Sie.

Die Vorstandsmitglieder leisten jeden Samstag ehrenamtlich den Bibliotheksdienst.

Die Dorfbibliothek wird von der Gemeinde Rodersdorf unterstüzt.


Für ältere Personen gibt es einen Treppenlift vom EG bis zum Dachgeschoss.

Öffnungszeiten

Samstag

10.00 bis 12.00 Uhr

Genaue Öffnungstage unter Bibliothekstage!

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